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Erfolgreich in Osteuropa

Beschaffung, Produktion und Absatz in Mittel- und Osteuropa

Mittel- und Osteuropa – ein zukünftiger Absatzmarkt

Die Osterweiterung der Europäischen Union seit Mai 2004 beschleunigt die Vernetzung der europäischen Wirtschaften und hat dazu geführt, dass der EU-Binnenmarkt mit dem freien Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital um rund einen Fünftel auf 450 Mio. Menschen angewachsen ist. Durch den damit verbundenen Abbau von technischen und administrativen Handelsschranken werden die Staaten Mitteleuropas mittel- bis langfristig trotz des noch bescheidenen absoluten Ausgangsniveaus zu interessanten Handelspartnern und wichtigen Wachstumsmärkten. So haben beispielsweise die Exporte von Investitionsgütern aus der Schweiz nach Polen zwischen 2003 und 2004 gemäss Aussenhandelsstatistik um rund 18% zugenommen.

Osteuropa bleibt wichtigstes Verlagerungsziel

Wichtiger noch scheint die Bedeutung der Region als Produktionsstandort zu sein, welche mit der intensiveren Marktbearbeitung in der Regel weiter steigt. Laut einer aktuellen Studie von Ernst & Young unter 200 deutschen Automobilzulieferanten haben 39% der befragten Unternehmen konkrete Pläne, Teile ihrer Produktion nach Osteuropa auszulagern, wobei bereits knapp ein Drittel der Zulieferer in Osteuropa tätig sind. Zwar sind die Kosten für Arbeit und Boden in China nach wie vor geringer, jedoch fällt beispielsweise in der Maschinenindustrie die Vollkostenrechnung der Produktion für den westeuropäischen Markt meist zugunsten von Osteuropa aus. Darüber hinaus wird man hiesige Märkte schon aus logistischen Gründen auch langfristig nicht allein aus Asien beliefern können. Zu den Kriterien der Standortidentifikation und -auswahl zählen neben den Produktionskosten für Personal und Material unter anderem auch die Qualifikation der Mitarbeiter, die wirtschaftliche und politische Stabilität, die Infrastruktur und die geografische Nähe zu den Kunden sowie steuerliche Aspekte und Subventionen für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Herausforderung für Schweizer Unternehmen

Neben den Chancen ist die Produktionsverlagerung jedoch speziell für kleine Unternehmen mit gewissen Risiken verbunden. Hohe Verlagerungskosten, Anlauf- und Qualitätsprobleme in der Beschaffung, Fertigung und Montage sowie Produktions- und Lieferausfälle gehören dabei zu den häufigsten Schwierigkeiten. Die Schweizer Industriestandards müssen daher auf osteuropäische Partnergesellschaften übertragen werden. Ausschlaggebend für den Erfolg ist dabei das Management von Reorganisation und der Produktionsoptimierung. Geringere Lohnkosten reichen auf Dauer alleine nicht aus, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Nur bei einer hohen Produktivität und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen können die osteuropäischen Standortvorteile auch in Zukunft Gewinn bringen.

Inhalte des Abendgesprächs

Das kommende Abendgespräch 2006 ist eine Fortsetzung unseres thematischen Schwerpunkts von 2005 mit dem Titel "Kann die Wirtschaft Europas dem asiatischen Druck widerstehen?". Unternehmen, die sich die Frage stellen, ob Beschaffung und Produktion in Mittel- und Osteuropa für sie sinnvoll sind, profitieren in ihrer Entscheidungsfindung von Erfahrungen, die im Rahmen unserer Veranstaltung präsentiert und diskutiert werden.
Wir freuen uns sehr, Sie am 26. Januar 2006 an der ETH Zürich zu begrüssen.

 

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