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INTELLIGENTES C-TEILE-MANAGEMENT

Gestaltung und Umsetzung innovativer Logistikdienstleistungen

Fachseminar der Erfa-Gruppe PIM bei Bossard in Zug und Komax in Dierikon

35 Personen folgten am 31. August 2006 der Einladung der Bossard AG nach Zug für ein eintägiges Fachseminar. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen intelligente Lösungen für eine effiziente Bewirtschaftung von C-Teilen. Als moderner Logistikdienstleister übernimmt Bossard das C-Teile-Management für zahlreiche Sublieferanten und fungiert somit gegenüber dem Kunden als C-Teile-Hub. Die Teilnehmer konnten sich von der physischen Umsetzung dieser Logistikdienstleistung im Rahmen eines Werksrundgangs bei der Firma Komax in Dierikon überzeugen.

Nach dem Empfang wurden die Teilnehmer durch Bruno Meister als Vertreter des Vorstands der Erfa-Gruppe PIM begrüsst. Seitens des gastgebenden Unternehmens erfolgte die Begrüssung durch Roland von Arb, dem Verkaufsleiter Bereich Schweiz. Herr von Arb machte die Teilnehmer zunächst mit der Philosophie sowie den Produkten und Märkten der Firma Bossard in Form eines kurzen Films vertraut. Das 1831 gegründete Unternehmen wird mittlerweile in der siebten Generation von Mitgliedern derselben Familie geprägt und beschäftigt heute rund 1'700 Mitarbeiter, die sich mit der Beschaffung und dem Vertrieb von Verbindungselementen aller Art befassen. Die Bossard AG bietet darüber hinaus komplette Warenbewirtschaftungs- und Logistiklösungen im Bereich C-Teile an und zählt in den drei Wirtschaftsregionen Europa, Amerika und Asien-Pazifik mit 7'000 Industriekunden zu den marktführenden Unternehmen der Branche. In den Märkten, in denen Bossard nicht mit eigenen Gesellschaften tätig ist, wird über Allianzpartner operiert.

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Daran anknüpfend stellte Herr Urs Güttinger, Leiter Bossard Technik, die charakteristischen Eigenschaften von C-Teilen heraus. Demnach gehören C-Teile zur Produktgruppe „Commodities“ und zeichnen sich durch eine hohe Bestellhäufigkeit in grossen Mengen mit dennoch niedrigem Kostenvolumen aus. Aufgrund einer kurzen Umfrage unter den Seminarteilnehmern wurde deutlich, dass ungefähr zwei Dritter der vertretenen Unternehmen die C-Teile nach traditionellem Muster bewirtschaften. Herr Güttinger stellte anschliessend Methoden und Ansätze zur Reduzierung des Materialbewirtschaftungsaufwands dar und zeigte das Einsparpotential bei kompletter Auslagerung der C-Teile-Bewirtschaftung anhand eines pragmatischen Beispiels. Die äusserst interessierten Teilnehmer hoben in der aufkommenden Diskussion unter anderem die Nachteile eines absoluten Abhängigkeitsverhältnisses hervor. Daraufhin erwidert Herr Güttinger, dass Bossard sich nachweislich als Partner der Kunden versteht und regelmässige Benchmarks mit Konkurrenten hinsichtlich Kosten, Qualität und Lieferzeit durchgeführt.

Im anschliessenden Vortrag von Remo Mibus, Projektleiter C-Teile Management, wurden die Logistikdienstleistungen und deren technische Umsetzung näher erläutert. Die Bossard AG übernimmt neben dem eigenen Artikelsortiment auch die Bereitstellung der C-Teile von Drittanbietern, so dass Bossard als C-Teile-Hub fungiert, in welchem verschiedene Lieferanten integriert und mit den eigenen Logistiklösungen kombiniert werden. Der Kunde pflegt weiterhin Kontakt mit den Sublieferanten und verhandelt Einkaufspreise und Konditionen direkt, bezahlt jedoch Bossard für die angebotene Dienstleistung mit einer Gebühr.

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Die technische Umsetzung „SmartBIM“ gehört zur Kernkompetenz Bossards und konnte von den Teilnehmern an einem funktionsfähigen System direkt im Vortragsraum begutachtet werden. Physisch befinden sich die C-Artikel in speziellen Behältern, welche mittels sensorgesteuerten Wägezellen das Gewicht und somit die Mengen ermitteln. Diese Daten werden täglich direkt via Modem an Bossard übermittelt. Beim Unterschreiten des Mindestbestands wird automatisch die vordefinierte Bestellmenge an den Kunden geliefert. Mit diesem System bedient Bossard 450 Kunden in der Schweiz. Die zahlreichen Fragen der Zuhörer zeigten das grosse Interesse für die Thematik und dabei vor allem die Art und Weise, wie das dargestellte Modell mittels konkreter Massnahmen in die tägliche Realität umgesetzt wird.

Dies sollte beim späteren Werksrundgang bei der Komax AG in Dierikon als einer der grössten Kunden von Bossard beantwortet werden.

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Zunächst stand vor dem Mittagessen ein Rundgang durch das Zentrallager bei Bossard auf dem Programm, in welchem die Artikel in der benötigten Menge bereitgestellt und mit der Lagerposition des Kunden ausgezeichnet werden. Herr von Arb erläuterte während der Führung die beeindruckenden Daten und Fakten rund um das Automatiklager. Das Lagersortiment beinhaltet 45'000 Artikelpositionen. Täglich finden ca. 12'000 Lagerbewegungen statt, wobei die Ein- und Auslagerungen vollautomatisiert geschehen. In der Auftragsteuerung werden täglich rund 2'000 Aufträge abgewickelt.

Im Anschluss an das Mittagessen folgte eine 10 minütige Autofahrt zum Komax-Werk in Dierikon, wo sich die Gelegenheit bot, das intelligente C-Teile-Management von Bossard unter Arbeitsbedingungen im Dialog mit einem Kunden genau zu betrachten.

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Nach einer kurzen Begrüssung und Einführung durch Herrn Bruno Ronchetti, Beschaffungsleiter bei Komax, wurden die Teilnehmer in vier Gruppen durch die Produktion geführt. Dabei ergaben sich sehr interessante Einblicke in die Produktion von Kabelverarbeitungsmaschinen des Weltmarktführers. Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem installierten SmartBIM-System. Komax hat die Umstellung von Zwei-Behälter-Kanban auf SmartBIM erfolgreich vollzogen und bewirtschaftet nun 2'300 Artikel mittels der neuen Lösung. Nach der Umstellung ist seitens Komax lediglich noch ein Mitarbeiter für die Steuerung der C-Teile-Beschaffung zuständig. Im vorliegenden Fall übernimmt Bossard die Rolle als Ansprechpartner in Vertretung für 32 Sublieferanten. Ein Beschaffungsmitarbeiter hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die Attraktivität des Bossard Systems ganz klar vom Mengenvolumen abhängig ist. Die Erfahrungen auch mit stark schwankender Nachfrage einzelner Positionen fallen dabei durchwegs positiv aus.

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In der abschliessenden Diskussion bot sich den Teilnehmern dann noch einmal die Gelegenheit, den Referenten Fragen zu den Themen des Tages zu stellen. Die rege Diskussion zeigte, dass die Teilnehmer einen fachlich sehr interessanten Einblick in die innovativen Logistiklösungen Bossards bekommen haben und zum Ueberdenken ihrer eigenen Bewirtschaftungsverfahren angeregt wurden. Dies zeigte sich auch in den äusserst positiven Rückmeldungen im Nachgang zum Seminar. Einen herzlichen Dank daher nochmals an Herrn von Arb und seine Mitarbeiter für die Bereitschaft, das sehr gute Fachseminar bei der Firma Bossard durchzuführen. Ein Dankeschön geht ebenfalls an Herrn Bruno Ronchetti für die interessanten Einblicke in die Produktion bei Komax und die Möglichkeit, die vorgestellten Konzepte im täglichen Einsatz zu erfahren.

 

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